Heinrich Popp (Foto: Archiv Institut für aktuelle Kunst im Saarland)

Heinrich Popp 

Wortsegel, Denkmal für Poesie, 1997-2005, wetterfester Stahl S235 J 2 W, Höhe 13 m, Tholey-Sotzweiler

Wortsegel, Denkmal für Poesie, 1997-2005, wetterfester Stahl S235 J 2 W, Höhe 13 m, Tholey-Sotzweiler 

Wasserläufer, Farbholzschnitt, 1993, 100 x 70 cm

Wasserläufer, Farbholzschnitt, 1993, 100 x 70 cm 

o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm und Druckstock

o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm und Druckstock 

o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm

o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm 

o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm

o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm 

Popp, Heinrich

Letzte Änderung: 02/05/2010

„Holzschnitte“ - Neben dem direkten Arbeiten auf Trägermaterial, malen und zeichnen, interessiert mich in besonderer Weise der indirekte bildnerische Prozeß.
Das Kalkulierbare und das Zufällige. Die Gesetzmäßigkeiten von Materialien und Arbeitsabläufen schränken ein, machen aber auch verlockende Angebote. Es ist das Arbeiten an sich, das mich, gerade in der heutigen Zeit der sich verflüchtenden Bildwelt, die sich fast deckungsgleich mit der Flüchtigkeit menschlichen Daseins bunt und aufdringlich zeigt, deren Urheber ihren schönen Schein aber dennoch konserviert wissen wollen (paradox!), besonders antreibt.


Das Reproduzieren und Herstellen von Auflagen war ebensowenig der Anreiz für meine freie künstlerische Arbeit (seit der Erfindung und dem Einsatz moderner Reproduktionstechniken anachronistisch!) wie der klassische Holzschnitt.
Auch nicht das Kunstgewerbliche der sogenannten Künstlerischen Druckgrafik.
Es ist, bei den neuen Arbeiten, das Abnehmen flächiger Bilder von räumlichen Gebilden und gewachsenen Körpern.


Das, was mich zu Beginn meines Studiums, bevor sehr vielfältige, illustrative, farbige Holzschnitte entstanden sind, bereits 1963 fasziniert hat, Holzmaserungen, Wachstumsstrukturen, Texturen, habe ich wieder aufgegriffen, und ich begreife es doch nicht so recht. Entschädigt werde ich dafür durch Bilder, die unter meinen Händen durch Ertasten und Abdrucken entstehen; von Bäumen, von Holzblöcken, Brettern und unendlichen Kombinationsmöglichkeiten davon. Das Bild ist die Visualisierung von Arbeitsprozessen unter Berücksichtigung von Materialgesetzen. Es ist nicht das Abbild (seitenverkehrtes Negativ) eines Druckstocks. Auch darin unterscheidet es sich vom klassischen Holzschnitt.

Heinrich Popp

 

 

Biografie
1944 geboren in Sotzweiler / Saar
1963-67 Studium bei Oskar Holweck und Robert Sessler an der Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken, Abschlußdiplom als Grafiker
1969-73 Grafik-Designer in Forschung, Wirtschaft und Technik u.a. bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm, München (jetzt DASA), Teamarbeit, Entwicklung und Präsentation eines Corporate Design für den Mehrzweckhubschrauber BO 105, Entwicklung der Grundlagen für ein Corporate Design des Gesamtkonzerns, z. B. Informationsdrucksachen für den BO 105, den Airbus, Magnetschwebebahn, Raumfahrtprojekte (Sonnensonde „Helios“, „Azur“, „Heos“) u. a.; Ausstellung „DESIGN ´71“ in München, Präsentationen und Messestände: Luftfahrtschau Hannover, Aero Salon Paris, Fachmessen in Frankfurt, Düsseldorf, München, Barcelona (Preis für den besten Messestand)
ab Herbst 1973 tätig für CREA, Werbeagentur in Neunkirchen, Konzeption und Gestaltung von Werbemaßnahmen im Bereich Konsum- und Investitionsgüterindustrie
1973-79 Lehrauftrag an der Fachhochschule der Saarlandes, Fachbereich Design, Zeichnen und Entwerfen in der Studienrichtung Grafik, „Entwurf“ – Projekte u. a.: zusammenfalt- und steckbare Messestände aus Wellpappe
1979-89 Professor an der Fachhochschule des Saarlandes, Vermitteln von Grundlagen der Visuellen Kommunikation, Themen der Probevorlesungen: „Produzieren von assoziativ tauglich Zeichen“; „Zeichnen als Grundlage visueller Kommunikation“, Entwickeln von Methoden zur Anwendung von Lehrinhalten der Grundlehre im Studiengang „Visuelle Kommunikation“; Prüfen von Grundformen als Zeichen oder Zeichenkombination auf ihre assoziative Tauglichkeit (Video); mit D. Adt verantwortlich für den Studiengang „Grafik-Design“, Ausbau von Zeichenunterricht und Illustration, Reportagezeichnen (ab 1985 regelmäßige Zeichenrepotagen mit Studenten über „Perspéctives du théatre Français“; Gestaltung von Festivalzeitungen); Plakatwettbewerb für „Intermarionett“; Zeichenrepotagen bei Studienaufenthalten in Lurs, Aletschgletscher (Berner Oberland), Luberon, Walzstraße „Saarstahl“ in Völklingen, Halberger Hütte „Saarberg“ - Lehrstollen, Freiere Experimente mit Studenten, u. a. Manipulationen an eigenen Fotografien, „Tarnung – Enttarnung“;Regelmäßiger Unterricht im Aktzeichnen, Entwicklung und Einführung neuer Lehrmethoden, Einführung von Semantik als Pflichtfach
1989-91 Lehrauftrag an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Zeichnen im Fachbereich Architektur
1989 Professor an der HBKsaar
1993-97 Prorektor, Künstlerisch/gestalterische Basisarbeit, Schwerpunkt u.a. Mediengerechte Visualisierung

seit 2003 Leiter des "Basisinstituts" (Grundlagen der Gestaltung und der Kunst) an der HBKsaar

 


Ausstellungen
Einzelausstellungen
1989 Einzelausstellung „Steellife – Stillife“, Geologisches Museum Saarbrücken
1990 Internationaler Semiotik – Kongress Passau, Vortrag und Ausstellung
1993 „POPP Holzschnitte 1963-1993“, Museum St. Wendel; Ausstellung im Saarlandhaus der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel (Bomen - nieuwe hourtsneden)
1999 „Heinrich Popp – Malerei“, Galerie Hanstein, Saarbrücken
2000 „Holzschnitte“, Museum im Bürgerhaus Neunkirchen
2002 „Heinrich Popp – Holzschnitte“, Kunstverein Dillingen

2010 "Gerd Naudorf Holzobjekte, Heinrich Popp Zeichnungen und Malerei", Museum Schloss Fellenberg, Merzig

Ausstellungsbeteiligungen
1971 Ausstellung  „Design bei MBB“, in München
1987, 1989 „Kunst-Szene-Saar“, Landeskunstausstellung
1987 Galerie im Zwinger, St. Wendel
1990 Sommerausstellung `90.  „Arbeiten auf Papier“, Museum St. Wendel
1991 „Skulpturen, Objekte, Installationen“, Museum St. Wendel
1992 „St. Wendel“, Museum St. Wendel
2000 Landeskunstausstellung
2001 „Poesie der Farbe“, Galerie St. Johann, Saarbrücken
2002 „Vitale Stahlindustrie“ – Zeichnungen aus der Dillinger Hütte, u. a. mit Studierenden der HBK saar

2009 "20 Jahre HBKsaar-Druckgrafiken aus dem Atelier von Prof. Sigurd Rompza und von Gästen", Galerie St. Johann, Saarbrücken

 

 

 


Projekte
1989/90 Mitverantwortlich für das Konzept „Gestaltung im Handwerk“ der  Handwerkskammer des Saarlandes, Broschüre, Hrsg.: Handwerkskammer des Saarlandes
IVAN. Zeitung ohne Worte. (Projekt IVAN). Saarbrücken 2002. Herausgeber: Heinrich Popp (in der Sammlung der Schiller-Stiftung, Marbach)

 


Werke im öffentlichen Raum

  • „Wortsegel  -  Denkmal für Poesie“, wetterfester Stahl S235/2W, Höhe: 13 m, Entwurf: 1997-2004; offenes Gelände bei Sotzweiler/Saar

 


Bibliografie
Eigene Publikationen

  • François Burkhardt, Heinrich Popp: Dorfgesichter – Scheuern. Schriftenreihe der Hochschule der Bildenden  Künste saar, Band 2a. Saarbrücken 1994
  • „Gestaltung und Manipulation.“ Entwicklung der Grafiker-Ausbildung an den Kunstschulen im Saarland von 1946-1960 -- und ein Blick nach vorne.  In: „Mehr als nur Reklame“. Ausstellung Historisches Museum Saar. (Katalog) Saarbrücken 1995
  • 1999 „Wort für Wort“ – Zeitung für Lyrik. Bisher 3 Ausgaben (in der Sammlung der Schiller-Stiftung Marbach)

Sammelschriften

  • Kunstszene Saar. Landeskunstausstellung1987. Moderne Galerie des Saarlandmuseums. (Katalog). Saarbrücken 1987
  • Kunstszene Saar: Landeskunstausstellung 1989. Bürgerhaus Neunkirchen. (Katalog). Saarbrücken 1989
  • Sommerausstellung 1990. Arbeiten auf Papier. Museum im Mia-Münster-Haus, St. Wendel. (Katalog). St. Wendel 1990
  • Sommerausstellung 1991. Skulpturen. Objekte. Installationen. Museum St. Wendel, Mia-Münster-Haus. (Katalog). St. Wendel 1991
  • Erinnerungen. Design für Städte und Gemeinden des Saarlandes. Schriftenreihe der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Band 2. Saarbrücken 1991
  • Sommerausstellung1992. „St. Wendel ... Straßen gehen viel zu der Stadt.“ Museum St. Wendel, Mia-Münster-Haus. (Katalog). St. Wendel 1992
  • „Popp – Holzschnitte 1963-1993.“ Katalog Museum St. Wendel. St. Wendel 1993
  • Museum St. Wendel 1989-1994. „5 Jahre Mia-Münster-Haus, eine Collage“. Museum St. Wendel, Mia-Münster-Haus. (Katalog). St. Wendel 1994
  • Der Zaun. Visign und Totentanz. Hrsg.: Jo Enzweiler, Heinrich Popp. Verlag St. Johann. Saarbrücken 1993
  • Kunstszene Saar – Visionen 2000. Künstlerische Positionen am Beginn des 21. Jahrhunderts. (Katalog). Saarbrücken 2000
  • Künstler zeigen Künstler. Saarländisches Künstlerhaus. (Katalog). Saarbrücken 2003/2004.
  • „Wortsegel“, Zeitung mit  Texten und Bildern zum Denkmal für Poesie. Hrsg. : Heinrich Popp, Benno Rech. Merzig 2005
  • Jo Enzweiler (Hg.): sichtbar machen - Staatliche Kunstschulen im Saarland 1924-2004. Saarbrücken 2006 >>>

 

 

Quelle

  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand: Popp, Heinrich (Dossier 877)

 

 

Redaktion: Michael Jähne


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