Inhalte überspringen und zur Unternavigation springen
Seit dem 5. März zeigt die Galerie im Saarländischen Künstlerhaus zwei Rauminstallationen von Josefh Delleg; der Südtiroler lebt und arbeitet in Göttingen und Kassel. Beide Installationen beschäftigen sich mit Ideen oder Ideologien, wie diese wirksam werden und wie sie sich selbst konterkarieren.
Im ersten Galerieraum ist eine Vielzahl von Lautsprechern mit rostigen Schalltrichtern auf dem Boden platziert: Aus ihnen dringt das Marschgeräusch von Soldatenstiefeln, phasenweise überlagert von einem Kinderlied. Dabei bleibt offen, ob der Gesang ein Gegengewicht zum Marschtritt bildet oder dessen traurige Folge ist. Erzeugt Ideologie Widerstand oder Resignation?
Im zweiten Raum bilden Seiten einer Bibel, an Seilen unterhalb der Decke aufgehängt, eine zweite Raumdecke. In Laufrichtung der Schnüre nimmt der Betrachter einen luftigen, filigranen, heiter wirkenden "Himmel" aus flirrenden Membranen wahr; frontal gesehen sind die Texte lesbar: Es formt sich eine schwere, lastende Decke mit Botschaften von eindringlicher Wucht, die frösteln lässt.
Michael Jähne
letzte Änderung: Dienstag, 11.03.2008