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"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar" - so lautet ein bekanntes Paul Klee - Zitat. Angesichts der Gemälde, die der Luxemburger Fernand Roda, ein Schüler von Josef Beuys, in der Saarbrücker Galerie Neuheisel zeigt, wäre zu ergänzen: Man sollte dem misstrauen, was Kunst vorgibt sichtbar zu machen.
Landschaften, meist im Ausschnitt gegeben, sind Rodas Sujets, oder Pflanzen, in grober Detailvergrößerung, Gegenstände, wie im Gras liegende Sensen, zufällig platziert und doch fast zu Symbolen geordnet - so sagen es die Bildtitel. Aber sind das Birkenstämme im Bild "Birkenhain" - jene beigefarbenen oder graubraunen wurmähnlichen Strukturen mit den fast regelmäßigen schwarzen, sichelförmigen Querstrichen? Oder sind es Kabelstücke, Wollfäden, Tentakel oder nur Farbe auf Leinwand? ...und schon ist der Betrachter in die Falle des listigen Sichtbarmachers Roda gegangen. Seine Ausstellung ist eine Grundübung in Semantik. Man sieht nur was man weiß und darf nicht alles glauben, was man sieht oder zu sehen meint. Das ist die Lektion, die Fernand Roda mit visueller Kraft und starkem Kolorit vermittelt.
Michael Jähne
letzte Änderung: Freitag, 29.02.2008