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Wenn zu Fotografien, wie denen von Mechthild Schneider im Kunstverein Dillingen, Albrecht Dürers Satz "Die Kunst in der Natur - wer sie heraus kann reißen, der hat sie" zitiert wird, so gibt dies schon den Hinweis darauf, wie die Künstlerin ihr Medium einsetzt.
Die Fotografie dient nicht dazu, flüchtige Eindrücke und Stimmungen festzuhalten; vielmehr werden mit diesem Mittel die Erscheinungen der Natur auf ihren ästhetischen Gehalt hin analysiert. Makroaufnahmen von Blüten und Blättern werden Farb- und Formereignisse, die sich vom Sujet lösen. Landschaftsaufnahmen von nebligen Küstenstreifen oder winterlichen Äckern, über die der Wind den Schnee verweht, werden zu Untersuchungen chromatischer Licht- und Farbmanifestationen, hinter denen sich die unterschiedlichen Motive nivellieren.
Der Natur sind in der Tat teile der Kunst entrissen, die in ihr wesensmäßig enthalten sind - auch der Betrachter hat sie mit Hilfe der Künstlerin.
Michael Jähne
letzte Änderung: Freitag, 29.02.2008