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In der Ausstellung "Archivum Fictiosum" des Luxemburger Künstlers Jean Luc Koenig ist nichts wahr und nichts falsch - ein Vexierspiel zwischen Schein und scheinbarem Sein. Der Betrachter kann alles glauben - oder nichts.
Angefangen von der Entstehungsgeschichte der Schau (Auftrag zur Ausstellung über das "Nationalarchiv"), über die Recherche in den angeblich geheimen Abteilungen der Archive bis hin zu den Geschichte(n) die erzählt und mit "echten" Archivstücken belegt werden, ist die Fiktion real und die Realität fiktiv. Wenn Koenig auch knapp an der Diskreditierung seriöser historischer Ausstellungen vorbeischrammt, so ist doch eine unterhaltsame, optisch durchaus reizvolle Schau gelungen, die Denkanstösse zum Verhältnis zwischen Fiktion und Realität liefert, es aber bei Ansätzen belässt, so auch in einer Arbeit, die ein Jugendbildnis der sehr verehrten Großherzogin Charlotte in mehrschichtige fiktionale Zusammenhänge stellt: einerseits als Geschichte, andererseits als Zitat der farblich verfremdeten Porträtserien Andy Warhols.
Michael Jähne
letzte Änderung: Freitag, 25.01.2008