Claudia Vogel, 2007
o. T., 2006, Holz, Garn, 35 x 40 x 5 cm
o. T., 2006, Holz, Schnur, 17 x 24 x 5 cm
o. T., 2006, Metallgitter, Öl, je 20 x 20 cm
o. T., 2006, Metallgitter, Öl, 20 x 20 cm
o. T., 2006, Metallgitter, Öl, Schnur, 70 x 65 cm
o. T., 2006, Jute, Öl, 40 x 30 cm, (Privatsammlung)
o. T., 2007, Jute, Öl, 45 x 40 cm
Artikel in Bearbeitung
Die Künstlerin Claudia Vogel stellt sich in ihren Kunstwerke die Frage nach der Arbeit mit bzw. am Bild und formuliert in der ihr eigenen Bildsprache Kunstwerke, die von einer tiefgründigen gedanklichen Auseinandersetzung mit den Bildmitteln erzählen. Die Arbeiten Claudia Vogels bestechen so durch ihre Vielseitigkeit. Die Künstlerin erörtert in der Bildfindung intensiv alle, das Bild definierenden Kategorien. Sie widmet sich dem Thema der Bildbegrenzung bzw. der Sichtbarmachung der das Bild konstituierenden Elemente, beispielsweise der Rahmenkonstruktion. Zudem zeugen die Arbeiten von einer starken Konzentration auf die Farbigkeit und auf eine sorgfältige Auswahl der materiellen Bildmittel, welche den Bildern gleichermaßen ein Höchstmaß an Stofflichkeit und Plastizität verleihen. Insbesondere die Ergründung der Bildtiefe, welche die Künstlerin in ihren Werken durch die sukzessive Erfassung verschiedener Bildebenen formuliert, ist kennzeichnend für die Arbeiten. Dabei entstehen Bilder, welche unterschiedliche Bildfindungen manifestieren und so verschiedenen Gestaltungsmerkmale aufweisen, stets parallel. Die Künstlerin arbeitet zugleich an verschiedenen Bildlösungen.
Innerhalb einer Werkgruppe bespannt die Künstlerin hölzerne Rahmen mit feinmaschigen Textilien oder Netzen, die eine rasterartige Grundstruktur als Bildgrund vorgeben. Durch diese feinmaschigen Gewebe reibt Claudia Vogel die Farbe von der Bildrückseite, welche an der Bildoberfläche die Bildstruktur bildet. Sie benutzt in dieser Technik Ölfarben und Kunststoffe, welche während des zeitintensiven Gestaltungsprozesses aushärten. Abhängig von den Materialien, dem Grundraster des Trägermaterials und der stofflichen Konsistenz der Farben ergibt sich eine stark strukturierte Bildoberfläche. Die Kunstwerke Claudia Vogels weisen zum Teil organisch oder vegetabil anmutende Bildstrukturen auf, die wegen der intensiven Farbigkeit zugleich eine artifizielle Stilisierung erfahren. Mit diesen Bildfindungen tarriert die Künstlerin die Gestaltungsmöglichkeiten der Bildmittel, des vorgegebenen, orthogonalen Rasters und des freien, intuitiven Umgangs mit der Farbe, aus. Die Kunstwerke weisen eine enorme Tiefenräumlichkeit auf, die von der Konsistenz und Menge der verwendeten Farbe abhängt.
In ähnlicher Weise in die Bildtiefe geführt wirken andere Kunstwerke Claudia Vogels, die zeitgleich entstehen und in denen die Künstlerin den Umgang mit textilen Materialien in Form von farbigen Garnen erprobt. Bei diesen Arbeiten konzipiert die Künstlerin einen Bildraum von einigen Zentimetern Tiefe, den sie durch eine Rahmenkonstruktion aus vier Holzleisten begrenzt. Mit farbigen Textilien formuliert Claudia Vogel die Kunstwerke, indem sie Garne zwischen den Bild begrenzenden Elementen spannt. Im Gegensatz zum klassischen Tafelbild erschließt Claudia Vogel mit Ihren Bildkonzeptionen die Bildtiefe, da sie auf die Zweidimensionalität des Bildgrundes als Fläche verzichtet. Die Künstlerin spinnt ein Farbnetz mit einem Höchstmaß an Farbdichte in vielschichtigen Bildebenen.
So unterschiedlich die Bildgedanken Claudia Vogels auch sind, so eng ist doch der gedankliche Zusammenhang der Werke, welche die Künstlerin in Farben und Strukturen formuliert.
Sandra Kraemer
aus: Marianne Pitzen (Hg.): Rationale II. Konstruktive, konkrete Kunst. Bilder, Objekte, Fotoarbeiten und Installationoen. Flucht aus dem Kubus. Räume und Licht. Ausstellungskatalog Frauenmuseum Bonn. Köln 2008, S. 110-111
Biografie
1975 in Bernburg, Saale geboren
2001 Studienbeginn an der Hochschule der Bildenden Künste Saar im Fachbereich Freie Kunst bei Prof. Sigurd Rompza
2003 Gastsemester an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Helmut Federle
2006 Diplom bei Prof. Sigurd Rompza. Titel der Diplomarbeit: "Am Bild arbeiten"
seit 2004 Mitarbeiterin der Galerie St. Johann, Saarbrücken
lebt und arbeitet in Saarbrücken
Ausstellungen
Einzelausstellung
2005 Diplomausstellung "Am Bild arbeiten" Galerie St. Johann, Saarbrücken
2009 "zu zweit", Galerie Grewenig/Nissen, Heidelberg-Handschuhsheim
Ausstellungsbeteiligungen
2004 "Fabriqué en Sarre", Galerie St. Johann, Saarbrücken
2005 "Kunstkiosk", Atelier Verdet, Saarbrückenn
"Multiple Objekte", Galerie St. Johann, Saarbrücken
2006 "Arbeiten von Studierenden aus dem Atelier von Prof. Sigurd Rompza", Internationales Begegnungs- und Forschungszentrum für Informatik, Schloss Dagstuhl, Wadern
Ausstellung anlässlich des Kulturmeilenfestes, SR Kulturpicknick, Hochschule für Musik, Saarbrücken
"von hier aus", Werke von Künstlerinnen der hbksaar, Ministerium der Finanzen, Saarbrücken
"Wunderkammer" Galerie St. Johann, Saarbrücken
2007 "Welcome to our Neighbourhood", Stadtgalerie Saarbrücken
"Vogel - Rausch", mit Dirk Rausch, Atelier Verdet, Saarbrücken
"frisch gestrichen", Galerie St. Johann, Saarbrücken
2008 "Rationale II", Frauenmuseum Bonn
"farbe", Galerie St. Johann, Saarbrücken
"Petersburg..." Jahresausstellung 2008, Galerie St. Johann, Saarbrücken
2009 "Positionen Konkreter Kunst Kunst heute", Landesmuseum Mainz
"Arbeiten auf Papier - konkret", Galerie St. Johann
2010 "Positionen Konkreter Kunst Kunst heute", Galerie Grewenig/Nissen, Heidelberg-Handschuhsheim
Editionen
Bibliografie
Sammelschriften
Quelle
Redaktion: Sandra Kraemer
letzte Änderung: Donnerstag, 18.02.2010