Anonym, Portrait des Johann Friedrich Stengel
Unterschrift des Johann Friedrich Stengel
Berg (Unter-Elsass), ev. Kirche 1770-73 nach Entwurf von Stengel sen., Bauleitung Johann Friedrich Stengel
Berg (Unter-Elsass), ev. Kirche, rückwärtige Ansicht
Lorentzen (Unter-Elsass), Zehntscheune, 1770 unter der Ägide des Nassau-Saarbrücker Bauamtes errichtet, möglicherweise nach Entwurf von Johann Friedrich Stengel
Lorentzen (Unter-Elsass), Orstbild mit Zehntscheune
Heusweiler, ev. Pfarrhaus, 1773-75, Bauleitung Johann Friedrich Stengel bis 1774
Niederlinxweiler, ev. Kirche, 1774 Entwurf von Johann Friedrich Stengel, Bauausführung ab 1775
Niederlinxweiler, ev. Kirche, Grundriss
Saarbrücken, Haus Freital am Ludwigsplatz, 1763 folgende nach Entwurf von Friedrich Joachim Stengel errichtet und von Johann Friedrich Stengel als Vorbild nach Russland gebracht
Fjodor Fjodorowitsch Stengel, Entwurf für ein Bankgebäude in Twer (Russland)
Fjodor Fjodorowitsch Stengel, Musterentwürfe für Wohnhäuser in Twer (Russland), zwischen 1776 und 1784
Reihenhäuser am Wolgaufer in Twer (Russland)
Biografie
1746 Johann Friedrich Stengel wird am 5. August in Saarbrücken als erster Sohn des Nassau-Saarbrücker Baudirektors Friedrich Joachim Stengel (1694-1787) und seiner Frau Clara Elisabeth Stengel geb. Storch (1710-1792) geboren.
Über seine schulische und berufliche Ausbildung ist nichts bekannt. Möglicherweise hat Johann Friedrich Stengel das 1604 gegründete Ludwigsgymnasium in Saarbrücken besucht, dessen Lehrplan unter der Regierung von Fürst Wilhelm Heinrich auch die Unterrichtung in Baukunst vorsah. Eine Ausbildung als Architekt durch seinen Vater Friedrich Joachim Stengel ist möglich.
1769? Eintritt in die Dienste von Nassau-Saarbrücken als Baumeister. Tätigkeit in der Bauleitung bei Reparaturarbeiten und bei den wenigen Neubauten dieser Jahre, die wohl zumeist nach einem Entwurf seines Vaters Friedrich Joachim Stengel errichtet werden. Mitarbeit beispielsweise bei: Schloss Ludwigsberg bei Saarbrücken (?), evangelische Ludwigskirche in Saarbrücken, Abschlussarbeiten an den Häusern am Ludwigsplatz in Saarbrücken (?), Bauleitung bei der evangelischen Kirche in Jugenheim (Rheinhessen), der evangelischen Kirche in Berg (Unter-Elsass/Bas-Rhin) und dem evangelischen Pfarrhaus in Heusweiler, Reparaturarbeiten an verschiedenen herrschaftlichen Gebäuden in der Grafschaft Saarwerden (Unter-Elsass/Bas-Rhin), beispielsweise an Schloss Lorentzen
1774 Entwurf für den Neubau der evangelischen Kirche in Niederlinxweiler, die Ausführung übernimmt J. H. J. von Waldner.
7. Juni 1774 Demissionsdekret. Johann Friedrich Stengel scheidet aus dem Dienst für das Haus Nassau-Saarbrücken aus. Über die Ursachen seiner Entlassung und die Umstände seines Wechsels nach Russland unter Zarin Katharina II. ist nichts bekannt.
1776 Im Januar beginnt Johann Friedrich Stengel seinen Dienst in Russland, wo er sich Fjodor Fjodorowitsch Stengel nennt (Fjodor ist der einzige mit dem Buchstaben "F" beginnende russische Männername). Tätigkeit als Architekt in Twer. Die Kaufmannsstadt am Oberlauf der Wolga, ursprünglich wie alle altrussischen Städte aus Holz erbaut, wird seit einem vernichtenden Brand 1763 nach westeuropäischem Vorbild auf planmäßigem Grundriß mit Häusern aus Stein wiederaufgebaut. Um 1780 Geburt der Tochter Katharina.
1784 Im Februar Wechsel nach St. Petersburg. Leiter der Bronzefabrik, die der Bauhütte der Isaaks-Kathedrale angegliedert ist und sowohl für diesen Kirchenbau produziert, als auch private und staatliche Aufträge übernimmt. Parallel zu seiner Aufgabe in der Bronzefabrik arbeitet Stengel als Ingenieur bei Reparaturarbeiten an den Zarenpalästen.
1796 Regierungsantritt von Zar Paul I. In der Folge Schließung der Bronzefabrik. Stengel übernimmt die Leitung der Neuordnung der zum Baukontor gehörenden Plankammer, deren Bestände vor allem die Zarenpaläste in St. Petersburg, Oranienbaum (Lomonossow) und Zarskoje Selo (Puschkin) betreffen.
1801 Regierungsantritt von Zar Alexander I. Eine Bittschrift von Fjodor Fjodorowitsch um eine neue Tätigkeit als Architekt bleibt unbeantwortet. Stengel arbeitet als Bankarchitekt in der Darlehensbank in St. Petersburg.
1830 ? Fjodor Fjodorowitsch Stengel stirbt in St. Petersburg.
Vorträge und Symposien zu Leben und Werk
Siehe hierzu den Artikel im Kunstlexikon Saar >>>
Bibliografie
Quelle
Oranna Dimmig
letzte Änderung: Montag, 16.07.2007